Programm

Boris Lurie im Atelier  |  © BLAF

29. August 2014, 16 Uhr, Freitag
24. Oktober 2014, 16 Uhr, Freitag

Bild I er I leben

Psychologische Bildbetrachtung nach Dr. Hans-Christian Heiling
Die Kunst ist ein Medium, das den Menschen grundlegende Lebensthemen, Konflikte und deren Lösungsmöglichkeiten aufzeigt. So müssen wir zum Beispiel immer wieder Bindungen eingehen zu Menschen, Dingen oder Jobs. Jede Bindung impliziert aber immer auch ihr eigenes Ende. Durch die Kunst können wir verstehen, wie wir im Alltag damit umgehen, ohne dass es uns bewusst wird.
Zum Einstieg für diese einzigartige Form der Kunstvermittlung bitten wir Sie, in unmittelbaren, intensiven Kontakt mit jeweils einem Kunstwerk zu treten. Lassen Sie sich 10 bis 15 Minuten auf das Werk ein und notieren Sie, was Ihnen beim Betrachten in den Sinn kommt. In den Workshops werden Sie durch Ihr individuelles Bilderleben zum Kern des Werkes vordringen. Unbelastet von Wissen über Kunst kann das Kunstwerk wirken und seine Weisheit entfalten. Diese Workshops werden von uns ehrenamtlich durchgeführt, in Kooperation mit dem Museumsdienst und dem Department Psychologie der Universität zu Köln.

Ort: EL-DE-Haus  |  Treffpunkt: Museumskasse
Eintritt: frei


Boris Lurie  |  Railroad to America  |  1963  |  Ausschnitt  |  © BLAF

7. September 2014, 14 Uhr, Sonntag
19. Oktober 2014, 14 Uhr, Sonntag

Shoah und Pin-ups

Dokumentarfilm über Boris Lurie
Von Reinhild Dettmer-Finke, Matthias Reichelt
Deutschland 2006  |  88 Min.
Anschließende Führung durch die Ausstellung mit Heike Rentrop

Luries Werke sind alles andere als bequem, vielmehr extrem provokativ. Mehr als einmal drängt sich die Frage auf: Darf ein Künstler das?
Sein ganzes Leben lang erinnerte der Überlebende der Shoah an die Vernichtung der Juden mit seiner ganz eigenen Verbindung aus Werbung, Pornografie und Politik. Er paart Bilder der Gräueltaten mit pornografischen Elementen und hat so die Schönen und die Nackten, die Ermordeten und Entkommenen in einen Zusammenhang gebracht, der sich nicht auf den ersten Blick erschließt.
Lurie war Mitbegründer der New Yorker NO!art-Bewegung, die in den späten 50er-Jahren als Gegenspielerin zum abstrakten Expressionismus und zur aufkommenden Pop-Art entstand. Seine provokativ-extremen Arbeiten loten die Niederungen menschlicher Existenz aus.
Ist Luries Kunst dem Betrachter zumutbar? Mit diesen Fragen setzt sich die Führung  auseinander.

Ort: EL-DE-Haus  |  Treffpunkt: Museumskasse
Eintritt: 10 Euro


war series 50

Boris Lurie  |  war series 50  |  1976 |  Ausschnitt  |  © BLAF

15. September 2014, 18 Uhr, Montag

Exklusiv

für Mitglieder des Vereins EL-DE-Haus e.V. Führung durch die Sonderausstellung mit Heike Rentrop
Die Ausstellung im NS-DOK zeigt die extrem provokativen Werke von Boris Lurie, einem lettischen Juden, der den Holocaust überlebt hat und im Amerika der späten 1950er-Jahre bewusst ein Zeichen gegen die zeitgenössische Kunst und Kulturszene setzen will.

Boris Luries Werk ist nur vor dem Hintergrund seiner persönlichen Lebens- und Überlebensgeschichte zu verstehen: Zunächst die Internierung der Familie im Rigaer Ghetto; während er und sein Vater als »arbeitsfähige« Häftlinge mehrere Konzentrationslager überlebten, wurden Mutter, Großmutter und Schwester ermordet. In den USA erlebte er das Desinteresse der amerikanischen Gesellschaft am Holocaust. Die Konsumgesellschaft, die sich auch in der Kunst widerspiegelt, war ihm zuwider. In seiner Kunst verbindet er Gesellschaftskritik mit seinen Erfahrungen im Holocaust.

Ort: EL-DE-Haus  |  Treffpunkt: Museumskasse  |  Eintritt: frei


      


18 Uhr
»Shoah und PIN-UPS«
Dokumentarfilm über Boris Lurie
Von Reinhild Dettmer-Finke, Matthias Reichelt  Deutschland 2006  |  88 Min.
Anschließend Filmgespräch mit Reinhild Dettmer-Finke und Matthias Reichelt


20:30 Uhr
»Wir haben es doch erlebt« – Das Ghetto von Riga
Dokumentarfilm über das Ghetto Riga Phönix Medienakademie
Deutschland 2013  |  98 Min.

27. September 2014, 18 Uhr, Samstag

Die lange Boris-Lurie-Filmnacht

»Shoah und PIN-UPS«  Der New-Yorker NO!artist Boris Lurie begeht ei-nen Tabubruch, er bringt zusammen, was nicht zusammengehören darf: Die Vergasten und die Nackten, Shoah und Pin-ups. Keine perverse Kunst, sondern Ausdruck einer perversen Gesellschaft, findet Lurie. Dabei hätte er gerne Angenehmes gemalt, so wie die Impressionisten. Aber etwas hat ihn immer daran gehindert. Diesem Etwas gilt die filmische Spurensuche. Sie führt über Riga und Buchenwald ins New York der 50er- und 60er-Jahre.

»Wir haben es doch erlebt« – Das Ghetto von Riga  Der Film berichtet von der Verschleppung von rund 24.000 Juden aus dem Deutschen Reich nach Riga. Etwa 20.000 werden in das sogenannte »Reichsjudenghetto« gesperrt, mehr als 4.500 werden direkt nach der Ankunft in Riga erschossen. Bevor die deutschen, österreichischen und tschechischen Juden in das Ghetto kommen, wird das lettische Ghetto liquidiert. Beinahe 27.000 lettische Juden werden am 30. November und 8. Dezember 1941 erschossen, um Platz zu schaffen. Zeitzeugen erzählen.

Ort:  Filmhauskino, Maybachstraße 111, 50670 Köln
Eintritt / Euro: für beide Filme  9 | erm. 7,50
Filme einzeln 6,50 | erm. 5


Boris Lurie  |  Amerique/Lumuma Dead »Lumumba…is…dead«  |  1960/61  |  © BLAF

5. Oktober 2014, 14 Uhr, Sonntag
2. November 2014, 14 Uhr, Sonntag

Führung

durch die Ausstellung mit Heike Rentrop
Luries Werke sind alles andere als bequem, vielmehr extrem provokativ. Mehr als einmal drängt sich die Frage auf: Darf ein Künstler das?
Sein ganzes Leben lang erinnerte der Überlebende der Shoah an die Vernichtung der Juden mit seiner ganz eigenen Verbindung aus Werbung, Pornografie und Politik. Er paart Bilder der Gräueltaten mit pornografischen Elementen und hat so die Schönen und die Nackten, die Ermordeten und Entkommenen in einen Zusammenhang gebracht, der sich nicht auf den ersten Blick erschließt.
Lurie war Mitbegründer der New Yorker NO!art-Bewegung, die in den späten 50er-Jahren als Gegenspielerin zum abstrakten Expressionismus und zur aufkommenden Pop-Art entstand. Seine provokativ-extremen Arbeiten loten die Niederungen menschlicher Existenz aus.
Ist Luries Kunst dem Betrachter zumutbar? Mit diesen Fragen setzt sich die Führung  auseinander.

Ort: EL-DE-Haus  |  Treffpunkt: Museumskasse
Eintritt: 6 Euro


Boris Lurie  |  No (Red and Black) »Feel-Painting-No with Red«  |  1963  |  Ausschnitt   |  © BLAF

30. Oktober 2014, 19 Uhr, Donnerstag

Boris Lurie: NO!art

Vortrag von Heike Rentrop
Boris Lurie (1924–2008), Überlebender des Holocaust und amerikanischer Künstler, ist mit seinen Werken einer der umstrittensten Künstler seiner Zeit.
Die von ihm Ende der 50er-Jahre mitgegründete Bewegung »NO!art« versteht sich als bewusste Gegenbewegung zum Kunstmarkt mit den aufstrebenden jungen Künstlern der Pop-Art, ist subjektiv, politisch und provokant. Jahrzehntelang schockte er die Öffentlichkeit mit drastischen Kunstaktionen gegen Atomwaffentests, Rassismus oder Frauenunterdrückung.
In seinen Werken verarbeitete Boris Lurie auch seine Erfahrungen im Rigaer Ghetto und in verschiedenen nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Vor dem Hintergrund der eigenen Leidensgeschichte, der
Ermordung von Familienmitgliedern und der Freundin will und kann er sich nicht mit der zeitgenössischen Kunst arrangieren. Der Vortrag versucht, sich diesem Phänomen zu nähern.

Ort: EL-DE-Haus  |  Treffpunkt Museumskasse
Eintritt: 4,50 Euro  |  erm. 2 Euro


Logo NS-DOK      Logo BLAF         Impressum Logo Stadt Köln