The Way of Liberty


Boris Lurie | War Series 67 [The way of liberty (?)]
ca. 1946 - [?] | zweiseitig: [R] Tinte und Tusche auf Papier
[V] blauer Bleistift auf Papier | 26 x 19,7 cm | © Boris Lurie Art Foundation, New York, USA

© Boris Lurie Art Foundation, New York, USA

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»Meine Mitgefühl gilt der Maus, aber ich füttere die Katze.«

Boris Lurie

Der Weg in die Freiheit (?): Der Titel dieser Arbeit wurde von Boris Lurie mit einem in Klammern gesetzten Fragezeichen versehen. »Boris Warum?« wurde Lurie von seiner Familie genannt. Die Hinterfragung aller Geschehnisse und gegebenen Umstände rettete sein Leben, verhinderte aber zugleich ein Zurücklehnen und tolerieren des Arrangements mit seiner Umgebung. Die brennenden Fragen blieben Motor für seine unbequeme Kunst.
Luries Erinnerungen an die Zeit der Lager, der Deportationen und die Fluchten in den Tod vermischen sich in dieser Tuschzeichnung mit den Eindrücken aus den Flüchtlingslagern und dem eigenen Weg in eine neue, andere Lebensrealität.
New York konnte zunächst nur scheinbar Befreiung für den jungen Mann sein, der in dem Amerika der späten Vierziger und Fünfziger Jahre auf Desinteresse und Schweigen gegenüber den Opfern der Shoah stieß. »Forget about the past, you are in America now« galt für die Immigranten, die auch untereinander die Schreckenserlebnisse der Vergangenheit kaum thematisierten.
Die Zeichnung gehört, wie 87 weitere Arbeiten, zu dem Zyklus der »War Series«, die Lurie als seine privaten Arbeiten verstand und die er nicht anfertigte, um sie auszustellen oder anderen zu zeigen. In divergierenden Stilen und Materialien schuf sich Lurie eine Galerie des Erinnerns, ein nachträgliches Zeugnis der schlimmsten und zugleich prägendsten Jahre seines Lebens.

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