Bild: Feel Painting No with Red


Boris Lurie | No (Red and Black) »Feel-Painting-No with Red« | 1963 | Öl (?) auf Leinwand | 56 x 88 cm

© Boris Lurie Art Foundation, New York, USA

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»Nein heißt erst einmal nicht alles anzunehmen, was dir offeriert wird und dann auch ein Ausdruck der Unzufriedenheit.«

Boris Lurie

NO! – ein klares und lautes NEIN hat Boris Lurie nicht nur das Ghetto und die Konzentrationslager überleben lassen, es kennzeichnete seine Lebenseinstellung wie kein anderes Wort. »Boris Warum?« wurde der Heranwachsende von seiner Familie genannt, das kritische Hinterfragen gegebener Umstände schien ihm in die Wiege gelegt.
Nach NS-Regime und Konzentrationslagern weigerte sich Boris Lurie zeitlebens, seine traumatischen Erlebnisse still und duldend mit sich zu tragen. Zeichnungen und Malerei, seit Kindertagen seine bevorzugten Ausdrucksmittel, halfen ihm zunächst, das Erlebte aus Ghetto und KZ-Höllen zu erfassen. Den entscheidenden Schritt zu einem offensiven Umgang mit seinem Schicksal und seiner Lebenseinstellung fand Lurie 1958 in der Gründung der Künstlergruppe NO!art, deren Spiritus Rector er wurde. Sein NO! – einmal gefunden und ausgesprochen – war umfassend und fundamental. Seine künstlerischen Strategien entwickelte er aus der Wut des Beobachters und Teilnehmers an gesellschaftlichen Prozessen, die dem Machtmissbrauch und der Entmündigung Vorschub leisteten. In dem, nach der McCarthy-Ära weitgehend entpolitisierten Amerika, wurden die kritischen Stimmen der NO!art Gruppe von dem offiziellen Kunstbetrieb der Museen und großen Galerien nicht berücksichtigt. Zu rauh, brutal und ungeschlacht waren die Werke – ihre brüskierende Wirkung haben sie bis heute nicht verloren.

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