Bild: Untitled


Boris Lurie | ohne Titel | 1951
Öl auf Leinwand auf Holzfaserplatte | 77 x 92 cm

© Boris Lurie Art Foundation, New York, USA

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»Wenn die Leute nichts zu essen haben, haben sie keine Sexualität – aber sobald es ihnen besser ging, war das ein Thema.«

Boris Lurie, in einem Dokumentationsfilm, 1995

Nach der Umsetzung der »War Series«, seinen »private paintings« wie er sie nannte, fasste Lurie die Absicht den realistisch abbildenden Charakter seiner Arbeiten zu überwinden, weil ihm illustrative Darstellungen »nicht eigentlich als Kunst« (Lurie) erschienen. New York bot ihm ausreichend Anreiz, stilistische Alternativen wahrzunehmen und für sich zu nutzen.
Die Serie der »Dismembered Women« (zerstückelte Frauen) markiert den ersten Versuch einer Neufindung künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten und ist zugleich ein weiterer Schritt in der Verarbeitung von Erinnerung und Erlebtem. Die ersten Frauen dieser Serie, Prostituierte, die Lurie in den Bars New Yorks beobachtete, tragen noch die Züge der ermordeten Frauen seiner Familie. Später werden die absurd verdrehten und zerteilten Körper abstrakter und gesichtslos, bis sie zu amorphen Formgebilden auf einfarbigem, raumlosen Bildgrund mutieren. Die Arbeiten zeigen stilistische Nähe zu den massiven Körpern eines Léger, erinnern aber auch aufgrund ihrer kontrastreichen Farbigkeit an Bildkompositionen des russischen Suprematismus.
Luries gespaltenes, obsessives und problematisches Verhältnis zu Frauen und Sexualität, den Erlebnissen von Entmenschlichung und Erniedrigung in seiner Jugendzeit geschuldet, wird in dieser Bildreihe erkennbar.

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