Bild: Railroad to America


Boris Lurie | Railroad to America | 1963
Collage auf Leinwand | 55,5 x 68 cm

© Boris Lurie Art Foundation, New York, USA

BILD DOWNLOADEN  Download-Pfeil

»Die Grundlagen meiner künstlerischen Erziehung erwarb ich in KZ’s wie Buchenwald.«

Boris Lurie

Boris Lurie kombinierte die schockierende Abbildung eines Fotos, ein Dokument der Aliierten nach der Befreiung der KZ’s, provokativ mit dem voyeuristischen Bild aus einem sogenannten »Girly«-Magazin, wie sie in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg den amerikanischen Markt überschwemmten.
Die Pose des Pin-up-Girls und die gestapelten Leichen ermordeter KZ-Häftlinge markieren Themenfelder, die einander in Darstellung und Wahrnehmung ausschließen. Lurie verknüpft sie in der Absicht, für fortlaufende Zustände des Machtmissbrauchs und des Einsatzes von Gewalt und Erniedrigung – wie sie auch in demokratischen Gesellschaften zum Einsatz kommen – zu sensibilisieren.
Was zunächst wie eine Verhöhnung der Opfer erscheinen mag, erweist sich bei längerer Betrachtung als eine komplexe Interaktion zwischen Geschichte und Gegenwart. Luries prägende Erfahrungen aus der Zeit der Shoah unter dem NS-Terror-Regime werten und filtern gegenwartsbezogene Erfahrungen im Exilland USA aus einem hochsensibilisierten Blickwinkel. Diese Arbeit ist darüber hinaus ein Beispiel für das vitale, provokative und blasphemische Potential der NO!art Gruppe. Ignoranz, seelische Abstumpfung und Voyeurismus werden demaskiert und auf schmerzliche Weise bewusst gemacht.

NÄCHSTES BILD Pfeil vor

Logo NS-DOK      Logo BLAF         Impressum Logo Stadt Köln